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Rucksack

Rucksack - Ein Konzept zur Sprachförderung und Elternbildung an der GGS „An der Burg“

 

Seit dem Schuljahr 2011/2012 wird diese Maßnahme an der GGS „An der Burg“ angeboten. Das Programm „Rucksack“ geht die Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund mehrdimensional und systemisch an: Es berücksichtigt die Entwicklung der Kinder in Bezug auf ihre Lebenswelt und ihre Familie. Es hat ebenso das Bildungssystem „Schule“ und die in ihm Agierenden im Blick.

Mütter und Lehrkräfte werden Partner für die Sprachförderung der Kinder. In Begleitung einer ausgebildeten Elternbegleiterin mit gleichem Migrationshintergrund zielt Rucksack auf die Förderung der Muttersprachenkompetenz, auf die Förderung des Deutschen und auf die Förderung der allgemeinen kindlichen Entwicklung ab.

Dabei werden die Mütter als Expertinnen für das Erlernen der Erstsprache angesprochen, nicht orientiert an ihren Defiziten, sondern an ihren Stärken.

Einmal wöchentlich treffen sich ausgewählte Mütter mit der Herkunftssprache Türkisch in der Schule und verbringen den Vormittag mit einer „Rucksackbegleiterin“, einer für diese Tätigkeit vom Jugendamt aus- und fortgebildeten Fachkraft. Die Gesprächsrunden haben sowohl allgemein schulische als auch unterrichtliche Fragestellungen zum Thema.

Arbeitsblätter, die im Deutsch- und Sachunterricht in der folgenden Woche in den ersten Schuljahren behandelt werden, werden hier erklärt und als Bearbeitungsaufträge in türkischer Sprache für zu Hause an die Mütter ausgeteilt.

Am Nachmittag erarbeiten sie mit ihrem Kind die Inhalte vom Vormittag in der Muttersprache und mit dem in der Gruppe vorgestellten Material, das die Schule resp. die türkischen Herkunftssprachenlehrerin erstellt hat.

Auch Fortschritte, Interessen und Stärken der Kinder sollten zwischen der Elternbegleiterin und den Rucksack-Müttern ausgetauscht werden.

Die Rucksackbegleiterin als Leiterin dieser Gruppe hat sowohl sprachlich als auch sozial eine Vorbildfunktion und betreibt so auch aktive Integration.

 

 

Aktueller Stand

Am Ende eines Schuljahres werden die türkischen Familien, deren Kinder vor der Einschulung stehen, von der Elternbegleiterin kontaktiert. Einige Mütter kennen das Rucksack-Projekt bereits aus der Kindertageseinrichtung. Zum ersten Elternabend für die Eltern der Erstklässler vor den Sommerferien wird die Elternbegleiterin ebenfalls eingeladen und stellt mit dem Schulleiter nochmals die Maßnahme als Baustein des schulischen Förderkonzeptes vor.

Mit Beginn des neuen Schuljahres konstituiert sich die Gruppe. Es stehen Räumlichkeiten im Altbau der Schule zur Verfügung. Die Lehrerin für die Herkunftssprache Türkisch stößt hinzu.

Nachdem die entsprechenden „Arbeitsaufträge“ an die Mütter weitergegeben wurden, besteht die Möglichkeit eines allgemeinen Austausches und den Teilnehmerinnen. Dies geschieht häufig in einem geselligen Rahmen. Es wird gefrühstückt, Tee kann in der benachbarten Küche gekocht werden. Nun werden in einem vertrauensvollen Umfeld vielfältige Fragen, die Schule, Kindeserziehung, aber auch das alltägliche Leben betreffen, besprochen. Die Elternbegleiterin hat an dieser Stelle die Aufgabe einer pragmatischen Unterstützung und maßvollen Integration.

Im aktuellen Schuljahr nehmen 7 Mütter an dieser Maßnahme teil. Der Anteil von Kindern mit türkischem Migrationshintergrund ist im laufenden 1. Schuljahr geringer als in den vergangenen Jahren.

Elternbegleiterin ist in diesem Schuljahr erstmalig Frau Tülay Hizoglu-Günsever. Von Seiten der Schule wird das Rucksack-Projekt von Frau Dr. Gülten Corlu begleitet, die auch gleichzeitig in den 1. Schuljahren das KOALA-Projekt durchführt.

 

Evaluation

Schulleitung, Elternbegleiterin und Herkunftssprachenlehrerin tauschen sich in unregelmäßigen Abständen über inhaltliche und organisatorische Aspekte aus. Die Rückmeldungen der Klassenleitungen der 1. Schuljahre sind grundsätzlich positiv.

Das kommunale Integrationszentrum besucht regelmäßig die Gruppe und hospitiert in der Sitzung. Anschließend findet ein Gespräch mit der Schulleitung statt.

 

Perspektiven

Von Seiten der Schule besteht großes Interesse, das Rucksack-Projekt auch für andere Sprachen zu öffnen. Der Anteil der arabischen Kinder an der GGS „An der Burg“ hat mit der Flüchtlingswelle dramatisch zugenommen. Da die Schule Herkunftssprachlichen Unterricht (HKU) auch für Arabisch, Russisch und Spanisch anbietet, bestehen durch eine mögliche Begleitung durch die entsprechende HKU-Lehrkraft die besten Voraussetzungen. Auch mit Blick auf eine Chancengleichheit sollte das Angebot auf weitere Sprach- und Kulturräume ausgeweitet werden.